Das Frankfurter Tor von 1870, Aufnahme um 1900 mit Blick in die Stadt. Die Tafel (oben rechts) ist heute noch zu sehen.

 Das Frankfurter Tor 

    1704 lies Landgraf Karl  ein gewaltiges Stadttor  vor der Oberen Neustadt errichten.
    Eine Sandsteinplatte hielt den Zweck und das Datum des Baus fest:

    "Unter dem Schutz des dreieinigen,allergütigsten und allmächtigen Gottes errichtete
       der  edle Landgraf Carl von Hessen dieses Festungstor und weihte es der Mit-    
       und Nachwelt im Jahre 1704 der christlichen Zeitrechnung."

Landgraf Friedrich II. lies 1765 den steilen Weg den Weinberg hinunter ein wenig abtragen und durch eine Krümmung bequemer befahrbar machen. Unter Landgraf Wilhelm IX, den späteren ersten Kurfürsten, wurde das Weinberger Tor abgerissen und er verlegte es, wesentlich verändert als
nunmehr "Frankfurter Tor", zur  Friedrichstraße (1803).  Wieder wurde das Straßenniveau gesenkt. Es entstand ein tiefer, heute noch vorhandener Einschnitt. 1866 fielen die Mittelpfeiler des Frankfurter Tores und 1880 wurde es ganz abgerissen.
Die Henschelvilla sollte eine Verbindung zur Bellevue haben und so sollte  eine Eisenbrücke entstehen. 1873 entstand aber eine steinerne Brücke, sie hatte zunächst nur einen großen Bogen. Als Henschel dann eine neue große Villa baute, das "Haus Henschel" mußte er als Bauauflage auch die Stützmauern (1903) errichten.
Die Fotos zeigen die Henschelvilla (links),1931 wurde die zweite Villa abgerissen, etwa Bildmitte, unten die Hpfbleiche mit Schloß Maximilian. Das rechte Foto zeigt die zweite Villa 1928 und die alte Frankfurter- Tor- Brücke mit dem zweiten Passantenbogen. Die Brücke wurde 1978 durch eine moderne Brückenkonstruktion ersetzt.

Ein zweiter Brückenbogen für den Passantengehweg.  Nach dem I. Weltkrieg zweigte man einen Geländestreifen der Aue ab  und baute völlig getrennt vom Fahrverkehr, parallel zur Straße den Fußweg zum Weinberg hinaus, die im Volksmund   "Beamtenlaufbahn" genannt wurde,
weil viele Beamte im Südviertel wohnten.  Die Weinbergbrücke erhielt einen zweiten Bogen
für den Passantenverkehr, 1926 war alles vollendet.


 "Grüne Brücke"
  Am 14. Mai 1977 sprengte man dann die Brücke und errichtete eine  "Grüne Brücke", die am 17.  
  November 1978 eingeweiht w
urde.   Eine Steinplatte erinnert  heute immer noch an das ehemalige
 
Frankfurter Tor Landgraf Karls vor der Oberen Neustadt.


Oben: das Tor um 1860 und 1927: "Die Beamtenlaufbahn". In den 1920er Jahren gingen viele Behördenbedienstete zu Fuß zum Dienst und zum Mittagessen nach Hause, deshalb auch Beamtenlaufbahn genannt als Anspielung auf die dienstliche Beamtenlaufbahn.