Die südliche Vorstadt wird aufgebaut - zerstört und wieder - aber anders - aufgebaut 1900-1945-2011

Zwischen Auefeld und Karlsaue, Weinberg und Niederzwehren entstand nach dem II. Weltkrieg ein moderner Stadtteil, der höchsten Wohn- und Lebensansprüchen gerecht wird. Hier kann man die Karlsaue zu jeder Jahreszeit erleben und erwandern, und das Erholungsgebiet Fuldaauen mit seinen Seen und Bademöglichkeiten ist nicht weit. Der Auedamm mit seinen vielseitigen Sport- und Freizeitmöglichkeiten erweitert das Angebot für die Südstädter. Sowohl im Auefeld als auch im Wohnviertel  östlich der Frankfurter -Straße findet jeder anspruchsvolle Wohnqualität. Als Wohngebiet ist die Südstadt seit 1863 entstanden, erst im Philosophenweg, dann entlang der Frankfurter Straße wurden Wohn-und Geschäftshäuser von Bauunternehmern, Bauhandwerkern oder von Anlegern gebaut, die auch teilweise selbst hier wohnten oder die Häuser nach Fertigstellung und Vermietung weiter verkauften.


Seit Errichtung des Frankfurter Tores 1704, das zuerst Weinberger Tor genannt wurde, lautete im 19. Jh. die Adresse der Häuser und Gärten "Frankfurterthor", wobei auch die Häuser und Grundstücke an der späteren Weinbergstraße gehörten. So gab es 1866 etwa 30 Adressen unter "Frankfurterthor", 1868 folgte die Trennung in "Unter dem Weinberg" (vormals "Weg nach Sanssouci", ab 1874 Philosophenweg) mit 9 Häusern und aus "Frankfurterthor" wurde "Frankfurter Chaussee" mit 19 Häusern, bzw. Grundstücksbezeichnungen.


Vor dem I. Weltkrieg war die erste Bebauungsphase der Südstadt abgeschlossen und es entstand ein vielseitiges Vereinsleben in der Frankfurter Straße, am Auedamm und im Sportzentrum des SV Kurhessen in Höhe des heutigen Auestadions. Landgraf Moritz legte im 17. Jh. Grundstein für die Stadterweiterung, die er aber nur für seine Moritzaue unternommen hatte, ebenso wie Landgraf  Karl diese im 18. Jh. für seine Gestaltung der Karlsaue unternahm. Ab 1866 spielte das Militär in Kassel eine große Rolle und überall entstanden Kasernen , so auch in der Frankfurter Straße. Von 1889 an marschierten die Husaren mit klingendem Spiel über die Frankfurter Straße in ihre Husarenkaserne.


Auch das bittere Ende, der Untergang des "Frankfurter-Tor-Viertels" durch Bombenangriffe und durch den Einmarsch der Amerikaner spielte sich über die Frankfurter-Straße, der alten Heerstraße, ab. Die "Festung Kassel" wurde vor dem Weinbergbunker den Amerikanern am 4. April 1945 übergeben. So hatte dieses neue Viertel nur 40 Jahre bestehen können und viel erlebt: Aufbau des Viertels und seine Zerstörung und Wiederaufbau zu einem Vorzeige-Quartier.
Die Südstadt , zuerst durch die Karlsaue und der "Herrschaftlichen Meierei" an der Frankfurter-Straße bestimmt, ist ein neuer Teil Kassels, als Wohnquartier von vielen bevorzugt und heute auch als Sport- und Freizeitzentrum geschätzt. Sie ist aber auch durch den Bombenkrieg stark zerstört worden. Fast alle Häuser wurden beschädigt, alte Besitzer kehrten nicht wieder zurück, ebenso die Mieter, die sich andere Quartiere suchen mussten. 1939 gab es 9000 Einwohner, 1946 nur noch 3.300, 1963 dann die höchste Einwohnerzahl in der Südstadt 10.905, heute nur  7.205. Die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung war durch die Kriegsereignisse, durch Flucht und Vertreibung geprägt. So gibt es nicht mehr viele Menschen in der Südstadt, die auch hier geboren sind. Aber die, die hier leben, schätzen die Südstadt und ihre vielen Freizeitmöglichkeiten und helfen mit, daß dieser Stadtteil wieder lebendig wird. Mit diesem dritten Buch über die Südstadt mit vielen Zeitzeugen berichten, möchte auch der Autor dazu beitragen, die schon wachsende Stadtteilidendität, das Heimatgefühl, zu festigen und zu  stärken.

Die Frankfurter Straße


Ansicht vor 1945                Zerstörung                                   Aufbau

Frankfurter Straße 49


Frankfurter Straße 48 - Eingang Philosophenweg und unten seit 1886 Gasstätte Südend, Frankfurter Straße 59



Frankfurter Straße 58, Einfahrt Tischbeinstraße


Frankfurter Straße 69 -Blick zum Weinberg, Südend noch nicht wieder aufgebaut (1955) Frankfurter Straße 78

Neubeginn zur Bundesgartenschau 1955 -Hofbleiche uns Heckerstraße

Frankfurter Straße 77 - bis Heinrich- Heine-Straße


Akademiestraße/Frankfurter Straße

Landaustraße 2

Frankfurter Sttraße/Heckerstraße

Frankfurter Straße 71

 

Frankfurter Straße 86-88 und Heinrich -Heine-Straße 13-15

Kunstakademie 1909  und heute

Husarenkaserne 1889-1945                                                         "Versorgungsamt 1960er Jahre