Historie des Stadtteils Kassel Südstadt

Landgraf Wilhelm IX sagte 1778 man könne auch die Grundstücke und Häuser vor dem Wilhelmshöher- (damals Weißensteiner) Tor, Leibziger Tor und Frankfurter Tor auch zu Stadtteilen erklären. Umgesetzt wurde diese Idee erst 1899 mit dem Eingliederungsvertrag Kassel-Wehlheiden. Nun gab es nicht mehr die Bezeichnung Vor dem...Tor, sondern für die Südstadt "Frankfurter Tor Viertel."


Vom Garten der Stadt zum modernen Stadtteil. Der Pomologische Garten (Gärtnerei Malkuns seit 1905)

seit 1864 in der Frankfurter Straße 120.


Die Meierei seit 1776                                Schmidt&Keerl seit 1863                         und "Zum letzten Heller (1700)

Die Stadtgrenzen des Frankfurter Tor Viertels wurden von Wehlheiden, Niederzwehren, Mitte, Unterneustadt und Waldau begrenzt, deren Grenzen an der Fulda, Weinberg und Auefeld, Park Schönfeld und bis zur Raiffeisenstraße verliefen. Bis 1900 war das Gebiet entlang der Frankfurter Straße dreigeteilt und zur Oberen Neustadt (Frankfurter Straße), Frankfurter Tor (Weinberggrundstücke) und  Frankfurter Landstraße (Carlsaue, Auefeld, Philosophenweg, Park Schönfeld, Giesewiesen) ausgewiesen. Diese Einteilung, die seit 1874 vorgenommen wurde, wurde ersetzt durch die Bezeichnung Frankfurter-Tor-Viertel. Die Frankfurter Straße wurde jetzt vom Friedrichsplatz bis Raiffeisenstraße durchnummeriert. So wurden die ersten Ansiedlungen, wie die Domäne Meierei, Pomologischer Garten, Zum letzten Heller oder die Gaststätten unterhalb des Weinbergs  im Kasseler Adressbuch unter “Frankfurter Tor” ausgewiesen, auch die Weinberggrundstücke, wie die Felsenkeller oder Henschel gehörten dazu. Diese Bezeichnung  für das aufstrebende Südviertel blieb bis zur  Zerstörung und Neugliederung der Stadtbezirke 1948 erhalten. Dann wurde das Viertel zu Kassel Süd und 2003 erfolgte die Umbenennung in Kassel Südstadt. 


1910 war die Bebauung des Süviertels entlang der Frankfurter Straße abgeschlossen.

Die Bebauung  begann, wenn man von der herrschaftlichen Bauten absieht, wie die das Lustschloss des Prinzen Maximilian (1718, 1825 wird der Garten als Hofbleiche bezeichnet), Meierei  (1764) oder fürstlicher Weingarten mit Weingärtnerhaus (1764, Philosophenweg 36) oder das Anwesen Sansoucci, Philosophenweg 64-66, auch als Jagdhaus für König Jerômé  bekannt. Das älteste Haus ist das Pförtnerhaus (1837 neu errichtet) am Eingang zur Karlsaue Heinrich-Heine-Straße 1.

Lustschloss Maximilian 1718 bis 1950 - Weinbergstützmauern seit 1903

150 Jahre Entwicklung zur Südstadt

Vor 1860 war das Gebiet kaum besiedelt und diente als Gartenland oder wurde landwirtschaftlich genutzt. Erst 1863 durch die Ansiedlung der Eisenwarenfabrik Otto Schmidt und Carl Keerl in der Frankfurter Straße 62-64 und die Ansiedlung des “Königlichen Pomologischen Instituts” in der Frankfurter Straße 120 wurde auch für die Frankfurter Straße die Gründerzeit eingeläutet, so dass von nun an aus dem Gartengelände mit Ausflugslokalen unterhalb des Weinbergs ein angesehener Stadtteil heranwuchs. 1874 wurde aus dem Weg “Unter dem Weinberg” der Philosophenweg als Zeichen für die erste geschlossene Wohnhausbebauung, die nun auch die Frankfurter Straße mit dem Bau des Standortlazaretts (1886) und der Husarenkaserne 1889  erreichte, was schließlich sich günstig auf die weitere städtebauliche Entwicklung des neuen Viertels auswirkte. Ein Signal für Gastwirte, Metzger, Bäcker, Bauhandwerker. Bis 1910 war das Viertel bis an die Niederzwehrener Grenze bebaut, wobei wesentlich der Industrialisierungschub nach 1866 und die Einverleibung nach Preußen beitrug. Die Industrie kam in die Frankfurter Straße.


Frankfuerter Straße 1890 - Eisenmöbelfabrik Schmidt&Keerl seit 1863, Schornsteine im Viertel.

Am Bahnhof Niederzwehren siedelte sich die Eisenbahnwagenfabrik Credé
(1889)und Berghofer (1907)an, so dass hier 1000 Arbeitsplätze entstanden, die große Auswirkungen auf die weitere und zügige Bebauung hatten. 


Kunstakdemie 1907


Jägerkaserne    1889                                                              Standortlazarett 1884


Bürgerschule - Friedrich - Wöhler- Schule seit 1912 im Philosophenweg



Kinderkrankenhaus seit 1909


Sport in der Frankfurter Straße - von der Hofbleiche 1889 zum Auestadion - 1905 A-Platz - 1953 Auestadion.



Gewerbe - Behördenstandort Süd

Hotel La Strada -Raiffeisenstraße



TÜH Knorrstraße


KGR Zerntrum Knorrstraße 

und weitere Gewerbebetriebe .....