Stadterweiterung - Karlsaue und Weinberg



1928 Orangerie mit Blick in die Stadt                                          Die Voraue im Mittelalter

Die Erweiterung des Stadtgebiets nach Süden wurde von den Landgrafen kontinuierlich betrieben, um Platz für  die "Carlsaue", zum Bau einer großflächigen Parkanlage zu erhalten. Nahe von Kassel am Fuße des Weinberges lag das Dorf "Weingarten" am damalig genannten Flüßchen Uhlenbache etwa zwischen Philosophenweg und heutiger Frankfurter Straße. Die Bewohner waren wahrscheinlich Winzer, betrieben Weinbau und Landwirtschaft Das Dorf wurde 1274 urkundlich erwähnt. 1339 wird eine Wiese zwischen "Twern et Wingarde" als zu Weingarten gehörend bezeichnet, und 1342 wird auch die Aue als Feldmark zu Weingarten gehörend genannt. Das Dorf "Weingarten" wurde allen Anschein nach während der Belagerung der Stadt durch die Truppen des Erbischofs von Mainz und dessen Verbündeten 1385 verwüstet. In den folgenden Jahrhunderten  wurde das Gebiet zwischen Weinberg und Niederzwehren, Wehlheiden und Fulda  landwirtschaftliche Nutz- und Weidefläche. Das macht auch die Herrschaftliche Meierei am Standort des heutigen Marmorbades deutlich, die dann zusammen mit einer Heuwage 1766 an die Frankfurter Landstraße verlegt wurde.

Die Aue


Die Karlsaue im 18.Jahrhundert mit Blick auf das Landgrafenschloß -. Karlswiese heute.

Die Aue war früher eine von der Fulda in zwei Armen umflossene, feuchte, tiefgelegene Insel, aus Acker und Weidefläche bestehend, gehörte einigen Kasseler Bürgern und einer größeren Anzahl von Bauern aus Niederzwehren. Landgraf Heinrich I (1247-1308)  erwarb im Jahre 1308 vom Kloster Hardhausen 1/2 Hufe (15 Morgen) auf der Insel der Fulda. Diese halbe Hufe Land stellte damals eine sumpfige, mit Bäumen und Sträuchern bedeckte und mit Wald belebte Niederung dar. Durch Wilhelm IV. erfolgte der Ausbau mit der gartenmäßigen Ausgestaltung der nach der Stadt zugelegenen Spitze, der Voraue, wo 1570 ein mit Galerien und Altanen versehenes Lusthaus errichtet wurde.Die Anlage erhielt den Namen "Neuer Lustgarten" und war mit ausländischen Gewächsen aller Art bepflanzt. Um den Garten herum lagen Fischteiche. Von dem  Lusthaus an begann die eingentliche Aue, ein Ackerfeld mit auserlesenem Obstgarten, in dem der Landgraf selbst pfropfte und okulierte. Diese Aue war von der Fulda umflossen und gehörte zu der dort befindlichen Meierei. Diese umfaßte Pferdeställe, ein Waschhaus, ein Wasserhaus, ein Reiherhaus, ein Entenhaus und ein Kelterhaus. Landgraf Moritz pflegte und förderte die Anlagen und gründete in dem Lusthaus die erste Buchdruckerei Deutschlands, die Typographis Mauritiana, in der sich der Buchdrucker Wilhelm Wessel betätigte. Im übrigen diente das Haus den physikalischen und astronomischen Studien seines gelehrten Erbauers.
Der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) zerstörte diese  Anlagen. Landgraf Moritz (1592-1627) beschloß, die nur zum Teil ihm gehörende Aue ganz an sich zu bringen und die seitherigen Besitzer durch Tausch mit ihm gehörenden Grundstücken zu entschädigen. Die Stadt Kassel erhielt für die auf Land und Triesch in der Aue bestehenden Koppelhutegerechtigkeit den Katzenberg als Hute und die Hutegerechtigkeit an der Kleinen Fulda hinauf bis zur Neuen Mühle, an welcher Bewohner von Niederzwehren und Kassel von alters her Anteil hatten.Zum Ersatz dafür wurde Niederzwehren ein entsprechender Anteil an der Hute auf der Dönche zugebilligt. Bezüglich der Ländereien kam ein gegenseitiger Austausch zustande, so daß am 18. Juli 1604 Landgraf Moritz behaupten konnte, die ganze Aue an sich gebracht zu haben. Die untere Aue, 29 Besitzern gehörend, umfaßte 126 1/2 Acker, 3o Ruten, die obere Aue 101 1/2 Acker 27 1/4 Ruten, die zwischen beiden Teilen liegende Hute  war 62 Acker 1/4 Ruten groß, so daß die Gesamtgröße 190 Acker 35 1/2 Ruten betrug.

Die Moritzaue


Von der Moritzaue (innen) zur Karlsaue (gesamte Ansicht).

Jetzt führte die Aue den Namen "Moritzaue". Landgraf Karl (1670-1733) faßte den Plan, die Aue zu einem Park umzugestalten, wozu das vorhandene Gelände nicht ausreichend war. Wieder kamen dabei Kasseler Bürger und Zwehrener Einwohner in Betracht, die außerhalb von der die seitherige Aue einengenden "Kleinen Fulda" Ländereien besaßen. Zur Vergrößerung  waren in Aussicht genommen:
A. 107 Acker, von denen 90 1/2 Acker innerhalb und 16 1/4 Acker außerhalb des neu anzulegenden, die neue Aue einschließenden Kanals, lagen (letztere sollte an die Besitzer von Zwehren fallen). B. die Kuhhirte an der Kleinen Fulda innerhalb des Kanals 12  15/16 Acker groß. C. eine Wiese, der sogenannten Gieße, an der Fulda gelegen nach der Neuen Mühle zu, 49 1/2 Acker groß. Die bisherigen Besitzer erhielten entweder andere bei Kassel gelegene Grundstücke als Ersatz oder auch die festgelegte Summe als Geldentschädigung. Die betreffenden Ländereien wurden der Aue einverleibt, die unter Landgraf Karl zur wahren Blüte gelangte und auch nach ihm noch heute den Namen Karlsaue führt.
Im Jahre 1711 wurde der alte Graben unterhalb des Weinbergs, der auch zu der Niederzwehrener Gemarkung gehörte, gegen Ackerland an der Gieße getauscht. Der eigentliche größere Verkauf oder Tausch ging in den Jahren 1711 bis 1713 vor sich. Ein weiterer Ankauf zwecks Vergößerung der Aue geschah in den Jahren 1723-1725. Es handelte sich um das Grundstück, welches zwischen dem Wege nach Freienhagen und der Fulda gelegen war und auch zur Gieße gehörte. Oberhalb der sogenannten Pappeln-Wiesen haben Zwehrener Besitzer Grundstücke abgetreten. 1771 kam der größte Teil des Krappgartens und noch weitere bei Niederzwehren gelegene Grundstücke hinzu.

Landgraf Karl gestaltet die Aue

Sonntagsausflug am Aueteich                                                      1920 : Die Kleine Fulda mit Regierungspräsidium

Der Auepark im heutigen Umfang wurde vom Landgrafen Karl angelegt, der im Jahre 1700 von einer Italienreise  mit Entwürfen zu großartigen Schöpfungen zurückkehrte, Das alte Lusthaus wurde abgerissen und von 1701 -1710  das reizvolle Orangerieschloß errichtet. Ihm zur Seite entstand 1720 der Luxusbau  des Marmor-bades, eine einzigartige Kunstschöpfung. Im Park selbst wurde eine Hauptallee und zwei Seitenalleen mit einem großen Bassin an der Spitze und zwei Wassergräben angelegt. Belebt wurde die "Karlsaue" noch mit einem Irrgarten, einer Fasanerie, einem Tierhaus und einer Menagerie am Ende der Affenallee. Wilhelm VIII. vollendete die Abdämmung der Fulda und legte an seiner Westseite einen Küchengarten und an der Ostseite einen Obstgarten an. Friedrich II. ließ 1765 des Küchenpavillon erbauen und besuchte auch häufig die Aufführungen französicher Theaterstücke am Theaterberge. Unter seinem Sohn wurde der französische Gartenstil beseitigt und der Park in einen nach englischem Stil  umgewandelt.
Hofgärtner Wilhelm Hentze übernahm 1834 die Leitung der Parkverwaltung, der als Parkgestalter und als Künstler die Schaffung eines neuen Stils der Landschaftskunst vorbereitete. Durch ihn entstand auch die Insel Siebenbergen  aus ausgehobener Erde des Bassins. Die siebenhügelige Insel präsentierte die heimatliche Flora und darüber hinaus wurden aus allen Gegenden geeignete Pflanzen geholt, alle botanisch bestimmt und mit Namen versehen. Auf dem großen Platz vor dem Orangerieschloß.dem "Bowlinggreen", heutige Karlswiese, fanden zu fürstlicher Zeit Paraden und später Aufmärsche statt, in der Orangerie veranstaltete man höfische Feste, Hochzeiten und Maskenbälle und illuminierte zuweilen den ganzen Park bis zum Bassin. Nach 1866 ging die Hofbleiche und der Küchengraben ein, die Fasanerie verschwand. Die Bürger entdeckten den Park für ihre Spaziergänge und vergnügten sich im Parkrestaurant am Lindenrondell, das mit einem abwechslungsreichem Programm die Menschen anzog.


Bootsfahrt nach Siebenbergen bis in die 1940er Jahre - Eingangstor Heinrich- Heine- Straße .  

Zeittafel 

1568: Errichtung eines "Lusthauses" auf Voraue
1710: Fertigstellung der Orangerie, die Landgraf Karl nach dem
          Vorbild des Lustschlosses des Sonnenkönigs, Ludwig des XIV..
1727: An der Nordwestseite des Küchengrabens wird eine Menagerie
          angelegt, die auch nach dem Siebenjährigen Krieg weiter
          bestand und wo man wieder exotische Tiere bewundern konnte.
          Ein Elefant war jahrelang die Attraktion, bis er nach einer
          Veranstaltung  auf dem Wege in seine Unterkunft den Auehang  
          hinabstürzte und verendete. Der Elefant wurde berühmt, da
          Goethe das Skelett betrachtend den Zwischenkieferknochen
          entdeckte. Heute steht das Skelett im Naturkundemuseum.
          Entlang des linken Ufers der damals noch breiten Kleinen Fulda
          führte eine Kastanienallee unmittelbar zu dieser Menagerie hin
          und endete in einem Rundplatz, an dem die Affenhäuser 
          aufgestellt waren. Zu ihnen führte dieser schöne, von stattlichen  
          Kastanienbäumen eingefaßte Weg, der den Namen "Affenallee"
          führte.
          Hier ging es auch vorbei zwischen dem damals bestehenden
          Ziergarten und Schneckenberg zum Theaterberg oder "Grünen
          Theater". Das grüne Theater konnte man über Terrassen
          erreichen und war mit einer lichten Taxushecke umgeben.
          Zu beiden Seiten führten schmale Gänge  in viele kleine
          viereckige Kabinettchen, welche durch geschnittene sehr hohe
          Taxushecken gebildet wurden. Auf dem Theater selbst standen
          zu  beiden Seiten Tannenpyramiden von ansehlicher Höhe. Im
          Hintergrund des Theaters wurde im Jahre 1766 eine Venusstatue
          nebst Amor aufgestellt, die aber 1802 wieder wegen starken
          Beschädigungen entfernt wurde.
1728: Fertigstellung des Marmorbades
1740: Einen festlichen Höhepunkt erlebte die Karlsaue am 13. Juni als
          der spätere Kurfürst Friedrich II. seine Verlobung mit der
          Prinzessin Marie von Großbritannien feierte. Die gesamt
          Karlsaue wurde festlich beleuchtet und auf der Insel "Sieben- 
          bergen" brannte ein großes Pechfeuer. Eine festliche Tafel
          wurde in den Säulen der Orangerie aufgebaut. Dieses Fest war
          gleichzeitig Ausdruck einer gesteigerten Hofhaltung und 
          verschwenderischen  Lebensweise Friedrich II.
1710: Terrassenanlagen des Prinzen Georgs (Rosengarten), ab 1922
          Gefallenen-Gedenkstätte
1718: Lustschloß des Prinzen Maximilian an der Hofbleiche errichtet.
1730: Pförtnerhäuser werden an den 4 Eingängen um 1730 und 1766
          erbaut.
1760: Abdämmung der "Kleinen Fulda"
1764: Die Menagerie wird  erweitert und bis 1785 genutzt
          Im Winter wurden die Tiere im "Lustschloß Maximilian"
          untergebracht.
1764: Die "Herrschaftliche Meierei" (Domäne) wird vom linken großen
          Fuldaufer an die Frankfurter Landstaße verlegt.
1765: Im Siebenjährigen Krieg wurde die Aue stark verwüstet. Nach
          dem Krieg fanden in der Karlsaue zwei größere Messen statt.
          Die Organgerie wurde zum Mittelpunkt der Messen des
          Landgrafen Wilhelm IX.
1803: Aus Anlaß der endlich ereichten Kurwürde des Landgrafen
          Wilhelm IX, erlebte die Orangerie einen großen Maskenball.

1807: Am 7. Juli setzte Napoleon seinen jüngsten Bruder, Jeromes, als
          König von Westfalen ein. Kassel wurde Jeromes Residenz.
18o8: Am 1. Januar strömten 275 Deputierte aus allen Teilen des
          neuen Königreichs Westfalen in die Orangerie in Kassel,
         um in Ehrfurcht vor der Büste Napoleons den Schwur dort auf 
         die Konstitution abzulegen.
1814: Die siegreichen Truppen, die "freiwilligen Jäger zu Fuß", die
          Napoleon besiegt hatten, wurden feierlich in der Orangerie  am
          6.Juli verabschiedet.
1825: Das Lustschloß des Prinzen Maximilian wird jetzt als
          Hofwäscherei genutzt, der Garten wurde Hofbleiche und hat
          diese Bezeichnung bis heute behalten.
1870: "Allgemeine Industrieausstellung" auf der Voraue.
          Orangerie und Voraue werden Ausstellungsorte großer
          Gewerbe,-Gartenbau,- Industrie und Kunstausstellungen, die bis
          heute Tradition haben.

Der Weinberg - Ein Kulturdenkmal der Region




Historische Abschnitte :

- Weinanbau seit 1278 - Dorf "Wingarten" unterhalb des Weinbergs;
- Teil des Festungsgürtels der Stadt bis 1764
-  1778 nach Verkauf des Weinbergs an zwei Bürger, Parzellierung und Verkauf oder Verpachtung entstehen
    herrliche Gärten für den Adel und den gehobenen Mittelstand  bis zur großflächigen  
    Bebauung nach der Erschließung 1872 (Weinberg-Humboldtstraße, Grimm-Marien-Amalien und Sophienstraße, 
    sowie Terrasse und Schlangenwegs.
 - berühmt wurden die Felsenkellerlokale ab 1825 - 1901
- Fa. Henschel erwirbt die Felsenkellergrundstücke und errichtet die erste Villa 1869
  und das Haus Henschel 1903. Beginn der Villenbebauung an den Weinbergstraßen und Terrasse.
- 1942 die Eisstollen (1825)Anzahl 16 Stollen in den 1830/4oer Jahre, werden zu Luftschutzkellern
  umgebaut und retteten zehntausende Menschen bis zum Kriegsende das Leben.
- Der Krieg wurde durch Kapitulation am Weinberg beendet, die Soldaten von hier in die
   Gefangenschaft geführt, aufgrund der Kriegsereignisse als Mahnmal geeignet - 
- 1959 Rückkauf des Henschelgeländes (heutiger östlicher (Rest) Weinberg) durch die Stadt
- 1995   Beseitigung der überwuchernden Spontan-Vegetation - 2008 intensive Wiederherstellung der  Wege, Pergolen, Mauern und Treppen....im sogenannten Henschelgarten.

Zukunft des Weinberges

Im Laufe der Jahrhunderte diente der Weinberg unterschiedlicher Nutzung. Heute ist wenig von der
wechselvollen Gestaltung und Nutzung übrig geblieben. Sichtbar sind die Mauern, Treppenanlagen,
Terrassen und Wege. Die einzigste gestaltete Fläche scheint der ehemalige Fürstengarten mit
Rondell zu sein. Dieses Areal auf dem Weinberg wurde um 1900 als Weinbergpark bezeichnet
und zuvor von Henschel errichtet.  Weinbergpark - so sollte er wieder bezeichnet werden,
denn z.Zt. hat dieses Geländ ekeinen Namen. Von der ursprünglich landwirtschaftlich genutzten
Fläche vor der Stadt ist nichts mehr zu erahnen. Nur der von Henschel gestaltete so genannte
Henschelgarten ist noch als Weinberg zu erkennen und auch erinnerungswürdig gestaltbar,
wobei gartenarchitektonische und historische Wahrheiten zu beachten sind.
So wäre nur der Teil des ehemaligen Henschbesitzes zwischen der Wirtschaftsstraße zum Wohnstift,
Sepulkralkulturmuseum, Fürstengarten und Frankfurter Straße einschließlich der „Grünen Brücke“
Weinbergbrücke) zu gestalten, wobei die Felsenkeller in die gestalterische Planung,
auch mit Gedenkstätte und Museum,  mit einzubeziehen sind.
Die Intensität der Nutzungszeiträume des Weinbergs ist in zwei Abschnitten zu würdigen
a) das gesellschaftliche Leben auf den Terrassen der Felsenkellerlokalen;
b) der Weinberg als Rettungskeller bei der Vernichtung Kassel durch allierte Bomberkommandos.


Die Weinberggärten wurden ab 1778 angelegt und im 19.Jh. auch mit Lauben, Häusern und Villen bebaut. Unter der heutigen Erschließungsstraße zum Wohnstift befindet sich der ehemalige Eidechsenweg.

Wenn auch die Schutzkeller nur drei Jahre von 1942 bis 1945 den Menschen Rettung gewährleisteten,
so ist doch diese Nutzung die intensivste und zehntausenden von Menschen noch in Erinnerung geblieben. So dass hier mit einer Mahn- und Gedenkstätte an die Opfer des sinnlosen Krieges gedacht werden muss, um auch an die letzte zerstörerische Bombardierung Kassels am 8. und 9. März 1945 zu erinnern. So ist der Weinberg nicht nur ein Wahrzeichen Kassels, sondern auch ein Mahnmal gegen das vergessen. Vor dieser geschichtlichen Wahrheit ist es nachrangig, wie die gärtnerische Gestaltung auf dem Weinberg und im Henschelgarten durchgeführt werden kann. Wie schon ausgeführt hat dieser Rest-Weinberg mit dem historischen Weinanbaugebiet (Dorf Weingarten, Gebiet vor der Stadt im 13. Jahrhundert) nicht mehr viel gemein. Wichtig ist, dass dieses Stück Erde den Menschen verkehrssicher
zugänglich gemacht werden muss.

Gestaltungsziele sollten sein:           

1.    Terrassen, Wege, Treppen und Mauerwerke den jeweiligen Epochen zuordnen
       und gestalten.
2.   Nischen in den Stützmauern gestalten, z.B. Gedenktafel und Auszug aus der
      Dichtung  Ernst Kochs, Nische für Henschel, Felsenkellern, landgräfliche und
      kurfüstliche Erlasse und Kriegsende vor den Weinbergbunker.
3.   Eine Terrasse mit Weinreben bepflanzen, andere mit nordhessischen Pflanzen,
     z.B. aus Sicht des Pomologischen Institus aus 1860, Frankfurter Landstraße 120;
     Baumschule, Obstanbau...

4.    Rekonstruierung der Eidechse, Wirtschaftsweg im Weinberg (unter der Rampe)
      noch vorhanden, an der Ruine des Gewächshauses vorbei (könnte Mahnmal sein) unter der  

       Rampe  bis zum Tor des Wohnstift Am Weinberg.
5.    Gestaltung der Felsenkeller:(Bunker) Motto: Reise in die Unterwelt! Könnte auch als
       Fahrstuhl vom Museumskeller gestaltet werden. alte Felsenkeller von 1825 rekonstruieren, 
    – Eislagerung-verarbeitung, Hin – und Abstransport -
       Stollen von 1942 rekonstruieren, Bänke und Betten, Sani-Abteilung, Funkraum, Raum des    -----Festungskommandanten, Belüftungsmaschinen, WC-Waschanlagen. Vorratslagerung,
6.    Veranstaltungsbühne wie zu Felsenkellerzeiten und
7.    Ausstellungsplattform mit historischen Hinweisen (erster Abschnitt Pergola)

Die Felsenkeller auf dem Weinberg (Biergärten) waren sehr beliebt (1825 bis 1901). Rechts führt der Weg zum Eissengarthens Felsenkeller.

Fazit:

Die zuständigen Stellen sollen sich nicht nur mit der Notwenigkeit eines Brüder-Grimm-Museums auf dem Weinberg mit Einschluß des Tapetenmuseums - dort wo die erste Henschelvilla stand - beschäftigen, sondern den gesamten Park vom Fürstengarten bis zum Philosophenweg einbeziehen. Ein Gedenkstein für Ernst Koch als Dicher des Prinz Rosa Stramin
ist ebenso erforderlich, wie die Einbeziehung des alten Henschelbrunnes (Ruine)
in ein Museumskonzepts. Es wäre auch zu überprüfen, ob mittels Fahrstuhls vom Keller des Museums aus eine Reise in die Unterwelt zu den Märchenstollen und historsiche Stollen (siehe Bunker und Eisstollen) anzutreten wäre. Insgesamt muss sichergestellt werden, dass der gesamte Park einschließlich der Henschelterrasse den Bürgern frei
zugänglich bleibt.

Die Eingangspforte unterhalb des Weinbergs zum ehemaligen Henschengarten und Terrassenanlagen. Die Sanierung des Gartens schreitet stetig fort.